Frauen in Baden-Württemberg – Arbeit und Gesellschaft 4.0 Fachtag des LFR am 9.11.2018

Der Landesfrauenrat hat beim Delegiertentag im November 2017 die Einrichtung eines Arbeitskreises  zum Thema Digitalisierung „Frauen in Baden-Württemberg – Arbeit und Gesellschaft 4.0“ beschlossen.

Auftrag dieses Arbeitskreises ist es, kontinuierlich die exponentielle Entwicklung, die die digitale Transformation mit sich bringt, zu verfolgen und einzuschätzen. Wie wir wissen, werden uns in Zukunft gesamtgesellschaftliche Veränderungen dazu zwingen, die üblichen Strukturen zu verlassen; parallel zur Arbeit 4.0 wird sich die Kultur 4.0 etablieren. Der Graubereich der „neuen“ Scheinselbstständigkeit (Stichwort digitaler Nebenerwerb) stellt uns vor eine immense rechtliche Herausforderung. Crouwdsourcing und Cloudworking lassen Arbeitnehmer*innenschutzrechte entfallen und die Preise für Erwerbsarbeit verfallen.

Deshalb wollen wir uns an unserem Fachtag gründlich mit dieser Thematik beschäftigen und im Anschluss daran, interessierte und engagierte Frauen für die Zusammenarbeit im Arbeitskreis Frauen in Baden-Württemberg – Arbeit und Gesellschaft 4.0 gewinnen.

Die Themen, die dem Landesfrauenrat in diesem Zusammenhang besonders wichtig sind:

  • Können die strukturell neuen Lebensentwürfe so gestaltet werden, dass die Vereinbarkeit von Care Arbeit und bezahlter Erwerbsarbeit gewährleistet ist?
  • Hält die Arbeitszeitflexibilisierung und – veränderung auch einen gendersensiblen Blick bereit, der es Frauen ermöglicht, die Chancen für sich zu nützen und nicht von den Risiken begrenzt zu werden? (Tatsächliche bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben?)
  • Was bedeuten in diesem Zusammenhang neu entstandene Berufsbilder konkret für Frauen?
  • Müssen wir Diversität neu denken? Werden Stärken punkten, die „eher“ den Frauen zugeschrieben werden?

Unsere erste Vorsitzende Charlotte Schneidewind-Hartnagel sprach am 12.07.2018 in Stuttgart auf der jährlichen Fachtagung FrauenStärken des DGB zum Thema Digitalisierung und Gleichstellungspolitik im Wandel und stellte in ihrem Grußwort klar: „Gleichstellung gerade unter dem Vorzeichen der Digitalisierung eine wichtiges Feld zur Verringerung von sozialer Ungleichheit, zur Stärkung von Vereinbarkeit und von Lohngerechtigkeit sein, wenn sie dazu  führt, dass Menschen jeden Geschlechts im Lebensverlauf sowohl einer Erwerbsarbeit nachgehen als auch Fürsorgearbeit leisten können.

Wenn Arbeit 4.0 aber auch Gender 4.0. bedeuten soll, dann braucht es den Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit und darauf den digitalen Wandel als sozialen Prozess zu betrachten und zu gestalten.“

 

Artikel drucken