Pressemitteilungen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen des LFR seit dem Jahr 2012.

„Gemeinsam Vielfalt leben“ – Demokratie verteidigen!

„Gemeinsam Vielfalt leben“ – Demokratie verteidigen!

Am Freitag, den 14. September 2018 wurde ab 14.30 Uhr auf dem Stuttgarter Karlsplatz friedlich und kreativ protestiert. Dem sogenannte „Bus derMeinungsfreiheit“ der sogenannten „Demo für Alle“ traten ca. 2000 Teilnehmer*innen entgegen.

Laut Stuttgarter Nachrichten war die Veranstaltung, die größte Gegendemonstration gegen rechte Umtriebe, die es seit den Kundgebungen gegen Pegida 2015 in Stuttgart gegeben hat. “Natürlich spielen die Vorgänge in Chemnitz eine Rolle, dass heute so viele Menschen hierhergekommen sind und das ist auch gut so.  Stuttgart als Landeshauptstadt hat mit all den unterschiedlichen und “bunten” Demonstrant*innen ein fantastisches Zeichen gegen Rassismus und rechte Hetze gesetzt , sagte Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die Vorsitzende des Landesfrauenrates am Rande der Kundgebung. Charlotte Schneidewind-Hartnagel hatte auch die Gelegenheit als Rednerin bei der Veranstaltung ein kurzes Statement abzugeben, das Sie im Folgenden nachlesen können.

Der Landesfrauenrat ist heute hier, weil wir uns mit unseren 50 Mitgliedsverbänden, in denen über 2 Millionen Frauen organisiert sind, seit 5 Jahrzehnten für die Errungenschaften der Frauen- und Emanzipationsbewegung einsetzen. Unsere Vision des Feminismus ist keine „weibliche Welt“ sondern eine „menschliche Welt“ – ohne Rollenzwänge und ohne Gewaltverhältnisse in einer vielfältigen, offenen, toleranten und demokratischen Gesellschaft. Und dazu gehört selbstverständlich auch die selbstbestimmte Geschlechtsindentität und das sind mehr als zwei!

Wir stehen für Vielfalt statt Einfalt, für Gleichberechtigung statt Diskriminierung und für Solidarität statt Hetze.

Wir wollen diese Gesellschaft in Vielfalt und Gleichberechtigung weiterentwickeln und wir wollen auch, dass unsere Kinder dies in den Bildungseinrichtungen als Wert vermittelt bekommen.

Vielfalt ist besser als Einfalt, Liebe besser als Hass.

Dafür stehen die Frauen des Landesfrauenrates – jeden Tag, an jedem Ort und heute hier in Stuttgart.

 

 

 

Artikel drucken

GEGENHALTEN! – Pressefreiheit verteidigen

Die Online-Wochenzeitung KONTEXT darf nicht mehr Ross und Reiter nennen. Kontext darf – vorläufig – nicht mehr schreiben, dass der AfD-Mitarbeiter XXX heißt und ein rechter Hetzer ist. Das hat das Mannheimer Landgericht am 2. August 2018 per einstweiliger Verfügung verboten. (Zu den Einzelheiten siehe folgenden Artikel in KONTEXT.)

Doch in Gesellschaft, Politik und Medien wird man sich weiter mit der AfD und menschenverachtenden, demokratiefeindlichen Äußerungen auseinandersetzen: Dazu erschienen in KONTEXT viele Stellungnahmen : Für den Landesfrauenrat bezog Charlotte Schneidewind-Hartnagel Position:

Die Freiheit der Presse und ihr Recht auf investigativen Journalismus, der Namen nennen und mit Quellenangabe zitieren können muss, ist eine der Grundlagen der Demokratie. Auch deshalb gehört die freie Presse regelmäßig zu ersten Angriffszielen autokratischer und autoritärer Regime und demokratiefeindlicher Organisationen und es ist unsere Aufgabe als DemokratInnen sie zu schützen und zu verteidigen. Mit dem Beschluss der Pressekammer des Mannheimer Landgericht ist der Fall selbstverständlich nicht erledigt und wir erwarten eine schnelle Entscheidung im Hauptsacheverfahren. Wir unterstützen die Arbeit der Kontext-RedakteurInnen im Sinne der Pressefreiheit und des unabhängigen Journalismus mit der deutlichen und klaren Ansage: Dranbleiben ist BürgerInnenpflicht.

Artikel drucken

Stuttgart-Imagefilm mit veraltetem Frauenbild

Zum neuen Imagefilm der Stadt Stuttgart erhielt der LFR  kritische Hinweise einer aufmerksamen Medien-Beobachterin,  Anlass für einen Brief des LFR an das Stadtmarketing Stuttgart. Da die Kritik des LFR unerwartet viel Interesse der Lokalpresse und inzwischen auch überregionaler Medien ausgelöst hat (siehe z.B. https://www.swp.de/suedwesten/staedte/stuttgart/neuer-imagefilm-setzt-stuttgart-in-szene-27368894.html), finden Sie den Brief hier zum Nachlesen: 2018-Stadtmarketing Stuttgart

Artikel drucken

Konferenz der Landesfrauenräte in Hamburg – Deutscher Frauenrat in Berlin: Resolutionen für ein offenes Europa

Pressemitteilung vom 18. Juni 2018

Landesfrauenräte für ein offenes Europa – für gemeinsame europäische Asylpolitik

Zur Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR) vom 15.-17. Juni 2018 in Hamburg brachten die Vertreterinnen des Landesfrauenrates Baden-Württemberg, Charlotte Schneidewind-Hartnagel und Corinna Schneider, eine Resolution zur Verteidigung eines offenen Europa ein. Die Vertreterinnen der anderen Landesfrauenräte folgten einstimmig diesem Vorschlag aus Baden-Württemberg.

Im Wortlaut:

Die Konferenz der Landesfrauenräte unterstützt alle Politiker*innen im Deutschen Bundestag, die sich für eine gemeinsame europäische Asylpolitik einsetzen. In der großen Frage der Flüchtlingspolitik als globale Herausforderung wird es keine nationalstaatlichen Einzellösungen geben können.
Die Europäische Union ist eine große Errungenschaft. Sie bedeutet Zusammenhalt statt Nationalismus und nie wieder Krieg. Sie hat trennende Grenzen überwunden und ist seit 70 Jahren eine Garantie für Frieden. Aus einst verfeindeten Ländern wurden Freunde und Partner. Die EU ist mehr als ein wirtschaftliches Zweckbündnis. Sie ist ein sozialer und kultureller Raum mit einem solidarischen und Frauen und Männern gleichstellenden Wertegerüst.
Die Gleichstellung von Frauen und Männern gehört zu den Grundwerten der Europäischen Union. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern zwingende Notwendigkeit, damit dauerhaft Frieden und Sicherheit, eine nachhaltige Entwicklung und wirtschaftlicher Wohlstand erreicht werden können.
Zugang zu Bildung, gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit, Zugang zu Spitzenpositionen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sowie Schutz vor Gewalt sind für Frauen in Europa keine Utopien, sondern Realpolitik für gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen.
Globale Herausforderungen meistern wir nur mit einem vereinten Europa, das zusammenhält und zusammen arbeitet. Einem Europa, das seine Werte ernst nimmt und verteidigt: Menschenrechte und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und Menschlichkeit. Dies muss auch für zukünftige Generationen gesichert werden.
Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Erste Vorsitzende des LFR Baden-Württemberg, mahnt eindringlich die europäische Perspektive an: „Dieses Europa sollte uns allen jede Anstrengung wert sein – unabhängig davon wie groß die inneren Krisen und äußeren Herausforderungen sind.“

Information:
Die Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR) ist eine Vernetzungsstruktur der Landesfrauenräte der Bundesländer; sie wird abwechselnd von den Landesfrauenräten in den Bundesländern ausgerichtet. Gegründet wurde dieses Netzwerk 1996 in Stuttgart.

Auch der Deutsche Frauenrat verabschiedete bei seiner Mitgliederversammlung am 24. Juni 2018  in Berlin eine vergleichbare Resolution:
EUROPA ZUSAMMENHALTEN – SOLIDARITÄT, GLEICHBERECHTIGUNG UND MENSCHENRECHTE STÄRKEN!

Auszug: “Abschottung kann nie eine Antwort sein, gegenteilige Behauptungen sind demagogisch. Wir brauchen eine europäische Antwort!
Anders wird sich die Europäische Union gegen die spalterischen, auf Konfrontation und nationalen
Chauvinismus setzenden Kräfte in der Welt und in den eigenen Ländern friedlich und auf Dauer nicht behaupten können.
DieVerständigung auf gemeinsame Lösungen ist eine Überlebensfrage für die Europäische Union, die eine große politische Errungenschaft ist: Sie hat uns seit dem Zweiten Weltkrieg die längste Friedensperiode gebracht. Sie steht für offene Grenzen und partnerschaftliches Miteinander. Und sie war und ist bis heute Motor für Gleichberechtigung.”
Artikel drucken

26. April 2018 Zumeldung zur Pressemitteilung: – seit mehr als 25 Jahren kämpft der LFR für ein neues Landtagswahlrecht und wieder ist die Reform gescheitert!

Der Landesfrauenrat wird grundsätzlich alle Bemühungen zur Umsetzung der Landtagswahlrechtsreform
unterstützen. In welcher Form und wie, wird die Delegiertenversammlung am
4. Mai 2018 beschließen. „Wir begrüßen, dass die Debatte um die Reform weiterhin tagesaktuell
bleibt“, so Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Erste Vorsitzende des LFR.

Artikel drucken

Wer nicht Teil der Lösung sein will, ist Teil des Problems. Landesfrauenrat sieht Vertrauen in den Koalitionsvertrag beschädigt – seit mehr als 25 Jahren kämpft der LFR für ein neues Landtagswahlrecht und wieder ist die Reform gescheitert!

Pressemitteilung – 24. April 2018
Wer nicht Teil der Lösung sein will, ist Teil des Problems. Landesfrauenrat sieht Vertrauen in den Koalitionsvertrag beschädigt – seit mehr als 25 Jahren kämpft der LFR für ein neues Landtagswahlrecht und wieder ist die Reform gescheitert! 

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, warum eine Änderung des Landtagswahlrechtes dringend notwendig und längst überfällig ist, dann hat das Ergebnis des heutigen Koalitionsausschusses dazu den besten Beitrag geleistet. Mit ihrem einstimmigen Nein zur Reform des Landtagswahlrechtes verstößt die CDU-Landtagsfraktion gegen den Koalitionsvertrag und gefährdet damit die gute und konstruktive Zusammenarbeit der Koalition. Das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in die Zuverlässigkeit des Koalitionsvertrages wird dadurch massiv untergraben – und die Grünen schauen zu. Denn im gültigen Koalitionsvertrag steht: „Damit der Landtag die Baden-Württembergische Gesellschaft künftig in ihrer ganzen Breite besser abbildet, werden wir ein Personalisiertes Verhältniswahlrecht mit einer geschlossenen Landesliste einführen.“

Nicht nur, dass der CDU-Landtagsfraktion der Koalitionsvertrag gleichgültig zu sein scheint, auch das berechtigte Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger den Männerüberhang im Landesparlament abzubauen, wird von ihnen schlicht ignoriert. Das fehlende Listenwahlrecht führt zu einer ungleichen und fehlenden Repräsentanz von Frauen, von jungen Menschen und von Menschen mit unterschiedlichen Herkunftsbiografien. „Das Ergebnis der Verhandlungen im kleinen Kreis ist das ´Veschperbrettle` nicht wert an dem sie stattgefunden haben!“ so Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Erste Vorsitzende des Landesfrauenrats Baden-Württemberg.

Der Landesfrauenrat – mit seinen 50 Mitgliedsverbänden und 2 Millionen Mitgliedern – hat in den vergangenen Jahrzehnten alles getan um die im Koalitionsvertrag vereinbarte und zugesagte Reform des Landtagswahlrechts einzufordern, zu unterstützen und mitzutragen. Jetzt, vor dem Hintergrund der gescheiterten Reform, kündigt Charlotte Schneidewind-Hartnagel an: „Wir sind weiterhin entschlossen, alle uns zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel weiter auszuschöpfen. Die Delegiertenversammlung am 04. Mai 2018 wird dazu die entsprechenden Beschlüsse fassen. Wir kämpfen weiter für ein neues Landtagswahlrecht, das mehr Frauen den Einzug ins Parlament ermöglicht!“

 

 

 

 

Artikel drucken

Zumeldung zur Pressemitteilung: Frauen die Hälfte der Macht- auch im Landtag Landtag in Bewegung bringen – Wahlrechtsreform jetzt!

Stuttgart, 23. April 2018

Zumeldung zur Pressemitteilung: Frauen die Hälfte der Macht- auch im Landtag

Landtag in Bewegung bringen – Wahlrechtsreform jetzt!

Was wir uns wünschen.

Wir wünschen uns einen Ministerpräsidenten, der morgen in den Koalitionsausschuss geht und dem Koalitionspartner eine klare Ansage macht: Verträge sind einzuhalten, meine Unterschrift gilt, mein Land besteht zu über 50 Prozent aus Frauen und ich will mehr von ihnen im Parlament sehen. Das wäre für uns ein Landesvater, dem alle Kinder gleich viel wert sind, dem wir vertrauen können und dessen Wort gilt!

Kontakt:

Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Erste Vorsitzende LFR Mobil: 0151/16004074

 

 

Artikel drucken

Ohne Reform keine Veränderung

Pressemitteilung vom 16.4.2018

Mit großer Verwunderung hat der Landesfrauenrat Baden-Württemberg zu Kenntnis genommen, dass bei der Listenaufstellung für die Europawahl der CDU vier Männer auf den ersten vier Plätzen zu finden sind.

Eine erfahrene und engagierte Frau wie Dr. Inge Gräßle findet sich dagegen lediglich auf einem unsicheren fünften Listenplatz wieder.

Das erstaunt insbesondere deshalb, weil die CDU-Fraktion in der Debatte um eine Reform des Landtagswahlrechts immer wieder beteuert, diese sei überflüssig, da die CDU die nötigen Schritte hin zu Gleichberechtigung und Parität intern gehen würde.

Mit dieser Listenaufstellung zeigt die CDU erneut , dass es keinerlei eigenständigen Bemühungen um Parität und Förderung von Frauen gibt. Es ist also ganz klar: ohne Reformen der veralteten Strukturen wird es keinen Wandel geben; aus der Partei selbst heraus gibt es keinerlei Potential für Veränderung.

Deshalb fordert der Landesfrauenrat: Die Reform des Landtagswahlrechts als erster Schritt muss kommen! Auch, damit engagierte Frauen (wie Dr. Inge Gräßle) nicht vom Wohlwollen ihrer Parteikollegen abhängig sind und sich gegen die Übermacht der Männer durchsetzen können.

 

 

 

Artikel drucken

Den Landtag in Bewegung bringen – Wahlrechtsreform Jetzt!

Smartmob des Landesfrauenrates am 8. März 2018 vor dem Landtag in Stuttgart

Am 8. März 2018 fand anlässlich des Internationalen Frauentages der Smartmob des Landesfrauenrates vor dem Landtag Baden-Württemberg statt. Ein 30 m langer pinkfarbener Laufsteg, in geordneter Parität bestückt mit jeweils einem Damen- und Herrenschuh, führte Richtung  Landtag und symbolisierte die geforderte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Landespolitik. Mit ihrer Teilnahme unterstützen zahlreiche Frauen und einige Männer die Forderung des Landesfrauenrates nach einer Wahlrechtsreform hin zu einer quotierten Landesliste.

Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg betonte in ihrer Begrüßung, dass die Reform des Landtagswahlrechtes keinen Aufschub mehr duldet,wenn sie zur nächsten Landtagswahl wirksam werden soll. Wörtlich sagte sie:
“Wir sind heute hier, weil wir als Frauen, BürgerInnen und WählerInnen die Reform des Wahlrechts einfordern und die Gesetzgeber mit einer quotierten Landesliste endlich die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, damit Frauen künftig angemessen die Politik im Landtag mitgestalten können. Vor genau 100 Jahren haben nach langem Kampf Frauenrechtlerinnen das Recht zu Wählen errungen. Heute geht es immer noch um die Umsetzung der Demokratie: in einer repräsentativen Demokratie sollte sich die Struktur der Bevölkerung auch im Landtag abbilden. Frauen stellen die Hälfte der Wahlbevölkerung, sie müssen auch die Hälfte der Mandate einnehmen können. Dafür muss der Gesetzgeber endlich Sorge tragen – mit einer Wahlrechtsreform rechtzeitig vor der nächsten Wahl, also JETZT!“

Auszüge aus den Beiträgen der weiteren Rednerinnen:

Staatssekretärin Bärbl Mielich MdL (Ministerium für Soziales und Integration)
“Eine Reform des Wahlrechts ist längt überfällig. Aber sie kann nur ein erster Schritt sein. Die gesamte Gesellschaft ist gefordert, wenn es darum geht, Gleichstellung in allen Lebensbereichen ganz selbstverständlich zu ermöglichen. Dazu gehört ganz klar auch, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege von Angehörigen sowohl Männern als auch Frauen gleichermaßen möglich gemacht wird. Das Ministerium für Soziales und Integration setzt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das Thema „Frauen stärken“. Dazu werden wir, auch gemeinsam mit dem Landesfrauenrat, verschiedenste Maßnahmen und Programme auf den Weg bringen und umsetzen.”

Marie-Luise Linckh (Präsidentin der AG der LandFrauen Verbände)
“Für die Arbeitsgemeinschaft der LandFrauenverbände in Baden-Württemberg mit 80.000 Mitgliedern sprechen wir uns für die Umsetzung einer Wahlrechtsreform aus, damit zukünftig mehr Frauen im Landtag vertreten sind. Wir begrüßen eine geschlechtergerechte Wahlrechtsreform.
Die Zeit ist reif! Parité und Quote sind entscheidende Schritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung.
Dies muss auch unser Ziel für das Land Baden-Württemberg sein. Die Botschaft der LandFrauen ist: Künftig sollen mehr Frauen im Landtag vertreten sein. Der ländliche Raum darf bei einer Reform des Wahlrechts nicht benachteiligt werden. Deshalb soll die Vereinbarung im Koalitionsvertrag umgesetzt werden.”

Gabriele Frenzer-Wolf (Stellvertretende DGB Landesvorsitzende)
“Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Wahlrechtsänderung wird gegenwärtig zerredet. Die CDU-Fraktion blockiert jegliche Veränderung. Rechtspopulisten mit ihrem rückständigen Frauen- und Familienbild  wollen die Teilhabemöglichkeiten von Frauen beschränken. Die gleichstellungspolitischen Erfolge der Vergangenheit werden wir ebenso unerbittlich gegen Rechtspopulismus und Antifeminismus auch von anderen konservativen Strömungen verteidigen wie die Ziele, die wir erreichen wollen! Frauen müssen entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil an politischen Entscheidungen beteiligt sein.“

Barbara Straub (Sprecherin LAG Kommunale Gleichstellungbeauftragte)
“Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten fordert, dass das Landtagswahlrecht endlich um eine Listenregelung mit Quotierung ergänzt wird.
Mit der einfachen Mehrheit im Landtag haben Grüne und CDU die Möglichkeit, den Koalitionsvertrag zu verwirklichen, das Wahlrecht zu ändern und den mageren Frauenanteil im Landesparlament zu erhöhen. Demokratie braucht Vielfalt – und wir Frauen wollen unseren Beitrag dazu leisten! Wir sind keine Minderheit, sondern mit 52% der Bevölkerung die Mehrheit. Nur wenn Frauen ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend in Parlamenten präsent sind, können sie zur Gestaltung der Lebenswirklichkeiten in angemessener Weise beitragen.”

Dr. Sandra Detzer (Landesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen)
“‚Taten statt Worte!‘ war das Motto der mutigen Frauen, die vor hundert Jahren das Frauenwahlrecht erstritten haben. Taten statt Worte: Das gilt auch jetzt für die Reform des Landtagswahlrechts. Der baden-württembergische Landtag hat weniger Frauen als das afghanische Parlament. Wer jetzt noch davon redet, man könne Frauen auch irgendwie anders fördern, zementiert strukturelle Benachteiligung. Man kann Frauen fördern wollen – oder man kann es tun. Und zwar ganz konkret mit der Reform des Landtagswahlrechts. Das Innenministerium hat bestätigt, dass die Einführung der im grün-schwarzen Koalitionsvertrag vereinbarten Landesliste verfassungskonform ist. Baden-Württemberg darf nicht länger das traurige Schlusslicht beim Frauenanteil im Landtag bilden. Unsere vielfältige Gesellschaft hat eine angemessene Vertretung im Parlament verdient.“ Hier zu ihrem Interview

Susanne Wetterich (Bezirksvorsitzende der Frauen Union Nordwürttemberg)
“Die Frauen Union Baden-Württemberg macht sich schon seit Langem dafür stark, dass sich etwas ändert in Bezug auf den Frauenanteil unter den Abgeordneten im Landtag.

Dass unser Land in dieser Beziehung die Rote Laterne hat, ist beschämend und einem modernen und prosperierenden Land wie Baden-Württemberg nicht angemessen.
Wir wollen, dass der Landtag die Gesellschaft angemessen abbildet! Dazu gehören die Frauen dazu! Wir Frauen sind auch nicht irgendeine gesellschaftliche Gruppe, sondern die Hälfte!
Ein Kompromiss ist immer noch möglich. Hier sind alle gefordert! Deshalb möchte ich auch die anderen im Landtag vertretenen Parteien auffordern, Sorge zu tragen, dass in ihren Fraktionen der Gedanke einer Wahlrechtsreform auf fruchtbaren Boden fällt!”

Andrea Schiele (Erste Vorsitzende des Landesvorstands der AsF)
“Wenn Frauen mit über 50 % der Bevölkerung lediglich 10-30 % der Entscheiderinnen in den Parlamenten stellen, dann kann diese Demokratie nicht länger für sich beanspruchen, repräsentativ zu sein.
Die Verfügung über Ressourcen (Geld) und Macht schafft Gestaltungsmöglichkeiten.  Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt: Ohne gleichberechtigte Parlamente keine gleichberechtigte Gesetzgebung – und keine gleichberechtigte Gesellschaft. Eine gleichberechtigte politische Teilhabe ist Voraussetzung für Gleichberechtigung schaffende Gesetze. Wir fordern weiterhin unser Recht ein – und diese Veranstaltung hier ist ein klares Signal an die Politik: In Baden-Württemberg ist eine Reform des Wahlrechts in ein Listenwahlrecht längst überfällig. Die ASF Baden-Württemberg ist weiterhin davon überzeugt, dass ein Zwei-Stimmen-Wahlrecht wie bei der Bundestagswahl der richtige Weg wäre. Um den Frauenanteil dannaber auch nachhaltig erhöhen zu können, ist auf Bundesebene ein Parité-Gesetz notwendig, welches alle Parteien zu einer verbindlichen Nominierung von Frauen verpflichtet.”

Saskia Ulmer (Zweite Vorsitzende LFR) konnte bei ihrem Schlußwort den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Wolfgang Reinhart,  begrüßen, der zufällig des Weges kam. Sie rief ihm direkt zu: “Wir alle hier fordern ein Wahlrechtsreformgesetzt JETZT”

————————————————————————————————————————–

100 Jahre Frauenwahlrecht – der lange Kampf der Frauenrechtlerinnen wurde 1918 endlich von Erfolg gekrönt. Doch auch hundert Jahre später sind Frauen in der Politik noch häufig unterrepräsentiert. Der Landtag von Baden-Württemberg hat beim Frauenanteil die rote Laterne unter den Bundesländern, lediglich 25,9 Prozent der Abgeordneten sind weiblich. Aber auch junge Menschen und Baden-Württemberger*innen mit Migrationsgeschichte sind im Landesparlament spärlich vertreten.
Seit langem fordert der Landesfrauenrat mit allen seinen Mitgliedsverbänden, zivilgesellschaftliche Initiativen und Parteien eine Wahlrechtsreform für Baden-Württemberg hin zu einem Listenwahlrecht wie in fast allen anderen Bundesländern und bei der Bundestagswahl. Das bisherige Wahlrecht, bei dem die Abgeordneten alleine über die Wahlkreisergebnisse in den Landtag kommen, bevorzugt „Platzhirsche“ und erschwert eine gerechte Repräsentation der Bevölkerung. Grüne und CDU haben sich im Koalitionsvertrag auf eine Wahlrechtsreform verständigt – nun ist es an uns allen, unsere Unterstützung für die Reform in die Öffentlichkeit zu tragen.

Bisherige Anstrengungen des LFR zur Wahlrechtsreform finden Sie unter unseren Top Themen hier.

Artikel drucken

Equal Pay Day 2018

Landesfrauenrat Baden-Württemberg zum Equal Pay Day 2018
Von Entgeltgleichheit keine Spur!

Frauen erhielten für ihre Arbeit auch im Jahr 2017 durchschnittlich rund 21 Prozent weniger Lohn als Männer. Auf diesen Skandal macht der Equal Pay Day auch in diesem Jahr wieder aufmerksam.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke, also den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen bundesweit im Jahr 2017 16,59 Euro, während Männer auf 21,00 Euro kamen. Damit liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen 2017 umsonst arbeiteten, und das Datum des diesjährigen bundesweiten Equal Pay Day am 18. März 2018.

Es ist unerlässlich die nicht bezahlte Care-Arbeit, die zum größten Teil von Frauen geleistet wird, mit in die Betrachtung einzubeziehen. Die Organisation der Kinder, des Haushalts, der Pflege kranker Angehörigen, etc. fällt immer noch in den meisten Fällen auf die Frauen zurück, die dafür ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, um diese Aufgaben zu bewältigen. Zumeist geschieht dies dann in schlechter bezahlten Berufen und in Teilzeit. „Die Anerkennung dieser gesellschaftlich wichtigen Tätigkeiten muss sich endlich auch in der Entlohnung niederschlagen“ fordert Charlotte Schneidewind-Hartnagel, die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg. Das in der Regel lebenslang geringere Einkommen von Frauen hat zur Folge, dass ein deutlich höheres Armutsrisiko besteht. Nicht nur Alleinerziehende, sondern auch alleinstehende Frauen sind zum Teil viel häufiger vom Armutsrisiko betroffen als Männer. Frauen erhalten in Deutschland im Durchschnitt nur knapp 53 Prozent der Renteneinkommen der Männer.

Diese Lücke ist im internationalen Vergleich ungewöhnlich hoch, beträgt doch der Pension-Gap zum Beispiel im benachbarten Dänemark nur 24 Prozent. Der Landesfrauenrat mahnt an, dass es Frauen nach der Babypause niederschwellig möglich sein muss, in den Beruf zurück zu kehren, um für ihre Rentenpunkte zu sorgen. Hier muss auch das Land reagieren und noch bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder garantieren.

„Das seit dem 06. Juli 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen, greift viel zu kurz, als dass wir hiermit eine Durchsetzung der Entgeltgleichheit erreichen könnten“, zeigt sich Charlotte Schneidewind-Hartnagel besorgt. Der Landesfrauenrat fordert daher eine Flankierung des Entgeltgleichheitsgesetzes von verschiedenen Maßnahmen, welches Unternehmen verpflichtet ihr Entgeltpraxis transparent und geschlechtergerecht zu gestalten und Regelungen enthält, um die Entgeltgleichheit verbindlich umzusetzen. Denn nur so können stereotype Rollenzuschreibungen verändert werden und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen gelingen.

_________________________________________________________________________

Durchschnittliche Bruttostundenverdienste 2017 (einschließlich Sonderzahlungen) von Frauen und Männern in ausgewählten Wirtschaftszweigen in Baden-Württemberg (Quelle: Dokument Statistisches Landesamt Baden-Württemberg / Berechnung LFR)
Herstellung von Kraftwagen/Kraftwagenteilen:
Frauen erhalten im Durchschnitt ca. 15 % weniger als Männer.
Männer insgesamt: 38,70 €
Frauen insgesamt : 32,80 €
Dienstleistung der Informationstechnologie:
Frauen erhalten im Durchschnitt ca. 22 % weniger als Männer.
Männer insgesamt: 37,32 €
Frauen insgesamt: 29,16 €
Maschinenbau:
Frauen erhalten im Durchschnitt ca. 18,5 % weniger als Männer.
Männer insgesamt: 33,44 €
Frauen insgesamt: 27,24 €
Öffentliche Verwaltung/Verteidigung/Sozialversicherung:
Frauen erhalten im Durchschnitt ca. 11 % weniger als Männer.
Männer insgesamt: 24,31 €
Frauen insgesamt: 21,61 €
Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeughandel):
Männer erhalten im Durchschnitt ca.3,2 % weniger als Frauen
Männer insgesamt: 15 €
Frauen insgesamt: 15,50 €
Gastgewerbe:
Männer erhalten im Durchschnitt ca. 2,3 % weniger als Frauen
Männer insgesamt: 11,22 €
Frauen insgesamt : 11,49 €

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – weitere Tabelle mit Leistungsgruppen unter: https://www.statistik-bw.de/Service/Veroeff/Statistische_Berichte/413517001.pdf

 

 

Artikel drucken