Pressemitteilungen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen des LFR seit dem Jahr 2012.

Pressemitteilung des Landesfrauenrates Ba-Wü und der LAG Ba-Wü zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen am 25.11.2020

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen
Internationaler Tag gegen Gewalt am 25. November 2020: Gleichstellungsbeauftragte und Landesfrauenrat kooperieren bei Soforthilfe-Flyer

Jede dritte Frau in Deutschland ist von Gewalt betroffen. Viele Frauen erleben diese an einem Ort, an dem sie sich eigentlich sicher fühlen sollten: im eigenen Zuhause. Mit der Corona-Pandemie und der damit verbundenen sozialen Distanz hat sich die Situation für Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, zugespitzt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Baden-Württemberg (LAG) und der Landesfrauenrat Baden-Württemberg (LFR) haben deshalb eine gemeinsame Flyer-Aktion gestartet.
„Häusliche Gewalt ist häufig noch ein Tabuthema, viele Betroffene schweigen aus Angst und Scham. Wir alle dürfen hier aber nicht wegschauen oder schweigen, sondern müssen Betroffene, darunter vor allem Frauen und Kinder schützen und verstärkt auf Hilfsangebote hinweisen, gerade in dieser schwierigen Corona-Zeit“, sagt Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim und LAG-Sprecherin. Auf ihre Initiative hin ist eine Vorlage für einen Soforthilfe-Flyer entstanden. 13 Städte und Landkreise in Baden-Württemberg haben den Flyer bereits aufgelegt: Aalen, Ellwangen, Heilbronn, Herrenberg, Pforzheim, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd, Ulm, sowie die Landkreise Biberach, Ravensburg, Reutlingen und der Enz- und Ostalbkreis. Weitere Kommunen können sich jederzeit noch anschließen.
Der Landesfrauenrat verteilt den Soforthilfe-Flyer an seine Mitgliedsorganisationen an den jeweiligen Orten in Baden-Württemberg. Unkompliziert können die Handzettel in DINA5-Format aber auch ausgedruckt und in Apotheken, Drogerien oder Supermärkten verteilt werden. “Der Soforthilfeflyer dient dazu, dass von Gewalt betroffene Frauen, Kinder und Jugendliche schnell, regional und vor Ort an Informationen zu Hilfesystemen gelangen können“, erklärt Dr. Anja Reinalter, Vorstandsvorsitzende des Landesfrauenrats. „Denn jeder Tag muss ein Tag ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen sein.“

Die LAG und der Landesfrauenrat weisen zum 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, besonders auf die Instanbul-Konvention hin: Seit 1. Februar 2018 ist in Deutschland das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, in Kraft. Darin verpflichtet sich Deutschland auf allen staatlichen Ebenen alles dafür zu tun, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten und Gewalt verhindert wird. Die insgesamt 81 Artikel betreffen die Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, den Schutz der Opfer und die Bestrafung der Personen, die gewalttätig werden. Zugleich werden damit die Gleichstellung von Mann und Frau und das Recht von Frauen auf ein gewaltfreies Leben gestärkt.

Pressekontakt:
LAG Baden-Württemberg: Birgit Hamm, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Herrenberg
gleichstellung@herrenberg.de, Telefon 07032 924 363, Mobil 0173 1550 622
Geschäftsstelle des Landesfrauenrats, Gymnasiumstraße 43, 70174 Stuttgart
info@landesfrauenrat-bw.de, Telefon 0711 62 11 35

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Pressemitteilung der Konferenz der Landesfrauenräte KLFR 2020: Geschlechtergerecht aus der Krise

Unter Vorsitz des Landesfrauenrates Mecklenburg-Vorpommern e.V. fand am 18. und 19. September 2020 Wochenende die online-Konferenz der Landesfrauenräte (KLFR) mit mehr
als 100 Teilnehmer*innen aus dem Bundesgebiet statt.  Seit 1996 tagt der Zusammenschluss aller 16 bundesdeutschen Landesfrauenrätemit rotierendem Vorsitz einmal im Jahr. „Die Covid-19-Krise hat gezeigt, Frauen stellen mit ihrer zum großen Teil schlechtbezahlten Arbeit in systemrelevanten Berufen und ihrer unbezahlten Care- und Sorgearbeit die Grundversorgung der Gesellschaft sicher und tragen so die Hauptlast in der Krise. Viel zu spät sind jedoch die Auswirkungen dieser Mehrfachbelastung (Betreuung, mobiles Arbeiten, Homeschooling und Haushalt) von Frauen und Müttern in den Blick von Entscheidungsträger*innen geraten“, heißt es in der Resolution „Geschlechtergerecht aus der Krise“.
Die Konferenz der Landesfrauenräte fordert die paritätische Besetzung von Krisenstäben und Entscheidungsgremien unter Einbeziehung der Frauen- und Gleichstellungsministerien
und Frauenverbände. Die Vorsitzende des Landesfrauenrates M-V, Ulrike Bartel, betont: „Es braucht Konzepte, wie die Gesellschaft geschlechtergerecht aus der Krise kommt und die Nachteile, die Frauen im Lockdown hatten, wirksam ausgeglichen werden können. Deshalb ist es auch wichtig, öffentliche Mittel geschlechtergerecht zu verwenden.“ Es braucht darüber hinaus noch mehr, stellen die Landesfrauenräte fest – etwa
– die Aufwertung bezahlter Care-Arbeit durch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und höhere Bezahlung, auskömmliche Personaluntergrenzen und Pflegebemessung im Pflegesektor sowie der Anspruch, dass Krankenhäuser zuröffentlichen Daseinsvorsorge gehören und kein Feld der Gewinnmaximierung sind
– ein Konzept für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Krisenzeiten oder
– die Erweiterung der kritischen Infrastruktur in Ausnahmesituationen sowie die Umsetzung der Istanbul-Konvention als krisensichere Struktur in kritischen Bereichen (z.B. Frauenhäuser)

Des Weiteren diskutierten die Vertreter*innen aus den Bundesländern intensiv den Stand der Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland und verabschiedete die Resolution „Istanbul-Konvention – endlich umsetzen – auch in Ländern und Kommunen“. Bei der Istanbul-Konvention handelt es sich um ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. 2011 wurde dieser völkerrechtliche Vertrag ausgearbeitet und damit verbindliche Rechtsnormen geschaffen.
Die KLFR fordert weiterhin in einem Beschluss, dass die laufenden Debatten zur Umbenennung von Straßen und Plätzen, z.B. wegen der Aufarbeitung der Historie der Kolonialzeit, des NS-Regimes etc., genutzt werden, um Frauen der Geschichte, aus Kultur und Wissenschaft endlich sichtbar werden zu lassen und zu würdigen.
Darüber hinaus fordert die KLFR die Erarbeitung und Umsetzung eines nachhaltigen Konzeptes, das Finanz- und ökonomisches Wissen für alle Schulformen verpflichtend unter Einsatz moderner Medien und Lerntechniken mit dem Ziel verankert, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer eigenständigen Existenzsicherung zu schaffen, um somit langfristig die Altersarmut von Frauen zu überwinden.
Die Konferenz der Landesfrauenräte wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Ministerium für Soziales, Integration und
Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Bild: Teilnehmer*innen aus den Landesfrauenräten der Bundesländer

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Pressemitteilung des Landesfrauenrates Baden-Württemberg – Geschlechtergerechte Sprache behält Frauenrechte im Blick

4.  August 2020
Geschlechtergerechte Sprache behält Frauenrechte im Blick
Frauen fordern seit Jahrhunderten sprachliche Sichtbarkeit und politische Partizipation. Die fehlende Präsenz von Frauen in Parteien, Parlamenten, Führungspositionen und entscheidungsgebenden Gremien zementiert die ungleiche Verteilung von Macht, Verantwortung und Einflussnahme zwischen den Geschlechtern.
Gesellschaft lebt von vielfältigen Perspektiven, die sprachlich angemessen ausgedrückt werden müssen. Oft wird nur die maskuline Form geschrieben, die feminine nur mitgemeint. Dies widerspricht häufig der Realität, da in den meisten Bereichen unserer Gesellschaft alle Personen, unabhängig davon welches Geschlecht sie haben, präsent sind.
„Durch Sprache wird Denken beeinflusst. Es entstehen Bilder in unseren Köpfen.  Alle Geschlechter zu nennen, drückt aus, dass Frauen und Männer gleichbehandelt werden sollen. Damit sich Frauen angesprochen fühlen, sollten sie auch explizit genannt und somit sichtbar und hörbar werden,“ so die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Prof. Dr. Anja Reinalter.
Nur wenn alle Geschlechter im Reden und Denken präsent sind kann den unterschiedlichen Lebensverhältnissen von Männern und Frauen gleichermaßen gerecht werden. Geschlechtergerechte Sprache drückt die Wertschätzung aller Menschen aus und trägt zur Überwindung von Ungleichheiten bei.

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Pressemitteilung des Landesfrauenrates Baden-Württemberg – Bundesregierung beschliesst Gleichstellungsstrategie

Männer und Frauen sind gleichberechtigt (GG 3.2)
Bundesregierung beschliesst Gleichstellungsstrategie

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg begrüßt die ressortübergreifende Strategie der Bundesregierung zur Gleichstellung – gerade in der durch das Corona Virus vielfach schwierigen und belastenden Zeit für Frauen und Mädchen.

Prof. Dr. Anja Reinalter, die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg, sagt in Stuttgart: “wir fordern Strukturen, die dafür sorgen, dass Frauen geschlechtergerecht aus der Krise gehen können und sich – neben der Fürsorgearbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf –  um ihre eigenständige Existenzsicherung und Karriereentwicklung kümmern können. Sie dürfen nicht die Verliererinnen sein, die abgehängt und wieder in längst überholt geglaubte Geschlechterrollen zurückgedrängt werden.

Die Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung kann gerade zum jetzigen Zeitpunkt, der die Auswirkungen der Corona Pandemie in allen gesellschaftlichen Bereichen langsam offenlegt, auch dazu beitragen, Chancengleichheit von Frauen und Männern tatsächlich umzusetzen und Debatten nicht mehr geschlechterblind zu führen.

Unserer Forderung, in der Strategie verbindliche Zielen festzulegen, um eine langfristige Perspektive auf Geschlechtergerechtigkeit festzuschreiben, ist jedoch keine Rechnung getragen worden.“

 

 

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Gleichstellungsstiftung jetzt gründen!

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg unterstützt gemeinsam mit rund 85 zivilgesellschaftlichen Organisationen und 50 Privatpersonen als Erstunterzeichner*in den Aufruf des DF (Deutscher Frauenrat) und GMEI (Gender Mainstreaming Experts International) zur Gründung einer Gleichstellungsstiftung.

Aufruf Gleichstellungsinstitut DF GMEI

Wir fordern von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages, das im Koalitionsvertrag festgehaltene Vorhaben noch 2020 auf den Weg zu bringen. Die Corona-Krise zeigt deutlich, dass politische Maßnahmen zum Umgang mit dem Virus die Lebenswirklichkeiten von Frauen und Mädchen vernachlässigen und auf längst überholt geglaubte Geschlechterrollen setzen. Deshalb brauchen wir dringender denn je eine Einrichtung, die gleichstellungspolitische Erfolge sichert, weiterentwickelt und so mithilft, einen Roll Back zu verhindern. Das wäre ein klares politisches Signal, Rückschritte in Sachen Gleichstellung nicht zu akzeptieren, sondern den Gleichstellungsauftrag aus dem Grundgesetz jetzt umso mehr umzusetzen.

Eine konsistente Frauen- und Gleichstellungspolitik braucht eine sichere Basis und über die Legislaturperioden hinweg stabile Strukturen. Die Gleichstellungsstiftung muss noch in diesem Jahr gegründet, in den Folgejahren aufgebaut und vor allem angemessen ausgestattet werden, um die Erfolge in der Gleichstellung zu schützen und weiterzuentwickeln.

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#wirbleibendran – paritätische Wahlrechtsreform jetzt !

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg fordert die Parlamentarier*innen im Bundestag auf, geschlechtergerecht über die Wahlrechtsreform zu beraten!

Artikel 3.2 des Grundgesetzes besagt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Aber immer noch – und das über 100 Jahre nach der Verkündung des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes – ist die Umsetzung dieses grundgesetzlichen Auftrages in den Parlamenten auf Bundes- und Landesebene längst nicht erreicht. Mehr noch: der Frauenanteil im Bundestag befindet sich auf einem historischen Tiefstand.
Prof. Dr. Anja Reinalter, die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg appelliert an die Parlamentarier*innen und sagt: „Wir fordern eine Wahlrechtsreform mit den Aspekten Geschlechtergerechtigkeit, Demokratie und Vielfalt. Eine paritätische Wahlrechtsreform stellt sicher, dass Frauen nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden können. Frauen stellen die Hälfte der Wahlbevölkerung, sie müssen auch die Hälfte der Mandate einnehmen können.“
Es ist höchste Zeit für ein Paritätsgesetz!
#wirbleibendran

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PRESSEMITTEILUNG Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai 2020 Interessen von Familien in den Fokus nehmen und mit höchster Priorität behandeln

Familien werden durch die Corona-Pandemie vor viele neue Herausforderungen gestellt.
Durch Kita- und Schulschließungen ist die institutionelle Betreuung der Kinder nahezu komplett weggebrochen, das bringt Familien und insbesondere Frauen oft an den Rand des Tragbaren. Durch Homeoffice, Homeschooling, Kinderbetreuung, Kochen, Putzen, Waschen und alle anderen mütterlichen und emotionalen Sorgearbeiten rückt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen wieder in immer weitere Ferne. Die Vereinbarkeit war schon vor der Pandemie nicht einfach zu realisieren, jetzt scheint sie strukturell unmöglich zu sein.
Die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Prof. Dr. Anja Reinalter merkt dazu an: „das Familienleben soll neben der Erwerbstätigkeit reibungslos verlaufen; das funktioniert jedoch nur, weil es zu Lasten der Frauen geht. Das traditionelle geschlechter- und familienpolitische Leitbild, das dem Mann die Rolle eines Familienernährers und der Frau die Zuständigkeit für die Sorgearbeiten zuschreibt, wirkt nach wie vor in vielen Köpfen und wird jetzt wieder reaktiviert. Wir erleben einen Backlash der frauenpolitischen Errungenschaften. Wenn die Krise noch Monate andauert, werden Frauen ihre eigenständige Existenzsicherung durch Erwerbseinkommen und ihre Karriereentwicklung aufs Spiel gesetzt haben, denn sie sind diejenigen, die zu Hause bleiben. Der Staat sollte Anreize setzen, dass die Reduzierung der Arbeitszeit zwischen beiden Elternteilen chancengleich erfolgen kann.“
Der Landesfrauenrat fordert die Politik dazu auf, die Interessen von Familien und insbesondere berufstätigen Müttern in den Fokus zu nehmen und mit höchster Priorität zu behandeln. Es braucht sinnvolle Konzepte, um Abhilfe bei spezifischen, durch die Corona-Pandemie bedingten Mehrfachbelastungen, zu schaffen.
In diesem Sinne unterstützt der Landesfrauenrat auch den Forderungs-Katalog des DGB an die Landesregierung in seiner Pressemitteilung vom 14. Mai 2020.

Kontakt:

Corinna Schneider Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit                       Telefon: 0711/621135

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Pressemitteilung zum “Muttertag” am 10.05.2020 #SchutzStattBlumen

Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg fordert eine konsequente Umsetzung der Istanbul Konvention, um Frauen und ihren Kindern den nötigen Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt zu ermöglichen!
Anlässlich des „Muttertages“ am 10. Mai 2020 fordert der Landesfrauenrat, dass Frauen in Baden-Württemberg ein Recht auf die seit über zwei Jahren ausstehende konsequente Umsetzung der Istanbul Konvention haben.
Frauen – und vor allem Mütter – sind besonders stark durch die Corona Pandemie betroffen, weil sie sowohl in privaten als auch in beruflichen Bereichen viele neue Herausforderungen gleichzeitig bewältigen müssen. Die Kontaktbeschränkungen, finanzielle Einbußen und der verstärkte Aufenthalt in häuslichen Gemeinschaften führen zu Konfliktsituationen zwischen Ehe- und Lebenspartnern sowie Eltern-Kind-Beziehungen. Beim bundesweiten Hilfetelefon 0800-0116016 „Gewalt gegen Frauen“ hat die Nachfrage nach Beratungen zu häuslicher Gewalt um 17,5 Prozent gegenüber den letzten zwei Wochen zugenommen.
Die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Prof. Dr. Anja Reinalter mahnt an, dass der „Muttertag“ am 10. Mai auch der Tag sein sollte, der ins öffentliche Bewusstsein ruft, dass es niemals hinnehmbar ist, wenn Frauen, Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt werden. „Gerade in der jetzigen Situation ist es besonders wichtig, dass wir genau hinsehen und sensibel für Konflikt- und Gewaltsituationen sind. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die von Gewalt betroffenen Frauen, Kinder und Jugendlichen niedrigschwellig und schnell Hilfe und Unterstützung bekommen. Denn Gewalt darf nie verharmlost oder beschönigt werden! Und #Blumen lösen keine Probleme.“

#SchutzStattBlumen

Bildquelle: Prof. Dr. Kristina Wolff

 

Kontakt:

Corinna Schneider Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit                       Telefon: 0711/621135

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Gemeinsame Pressemitteilung des baden-württembergischen Bündnisses gegen Altersarmut – Bündnis gegen Altersarmut lehnt den Vorschlag der Rentenkommission ab !

Stuttgart, 27. März 2020 Gemeinsame Pressemitteilung des Bündnisses gegen Altersarmut
Bündnis gegen Altersarmut lehnt den Vorschlag der Rentenkommission ab !
Das baden-württembergische Bündnis gegen Altersarmut lehnt den Vorschlag der Rentenkommission ab. Die Sprecher*innen des landesweiten Bündnisses aus fast 40 Sozialverbänden, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen äußern sich zu dem Vorschlag wie folgt:
Martin Gross, ver.di-Landesbezirksleiter: „Das Ziel war es zu verhindern, dass das Rentenniveau auf 43 Prozent abfällt. Wenn der Vorschlag der Rentenkommission umgesetzt wird, könnte es nun sogar auf 42 Prozent fallen.“ Die Kommission schlägt einen Korridor von 44 bis 49 Prozent vor. Allerdings mit einer gravierenden Änderung der Rentenformel, die das Rentenniveau nochmals zusätzlich absenken würde. „Für die Bewältigung der Corona-Krise sind gerade Schnellschüsse nötig. Für die Rentenpolitik brauchen wir eine Lösung, die für Jahrzehnte trägt. Wir appellieren dringend an die Politik, jetzt nicht auf die Schnelle Lösungen auf Basis dieser Empfehlung mit dramatischen Konsequenzen für Millionen von Rentnerinnen und Rentnern umzusetzen“, so Gross.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg: „Das Rentenniveau weiter abzusenken, ist der falsche Weg, denn das verfestigt die soziale Ungerechtigkeit im System. Menschen müssen weiter Angst um eine auskömmliche Rente im Alter haben. Die Diakonie appelliert an die Politik, endlich die Grundlage des solidarischen Rentensystems zukunftsfähig zu gestalten. Alle Beschäftigungsgruppen müssen in diesen wichtigen Generationsvertrag einzahlen. Man kann nicht auf private und betriebliche Altersvorsorge setzen. Gerade Menschen mit geringem Einkommen können sich das nicht leisten.“

Roland Sing, VdK-Landesvorsitzender: „Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg stellt fest, dass das Ergebnis der Beratungen der Rentenkommission in keiner Weise den künftigen Anforderungen einer stabilen und sozialen Rentenversicherung gerecht wird. Insofern kann das Ergebnis nur als blamabel bezeichnet werden. Bei der Zusammensetzung der Kommission vor zwei Jahren hätten die Sozialverbände berücksichtigt werden müssen. Ganz grundsätzlich geht es darum, Altersarmut für künftige Generationen zu verhindern. Deshalb können unsere Kinder und Enkel zu Recht erwarten, dass eine auskömmliche gesetzliche Rente – zur Bestreitung ihres Lebensabends in Würde – jetzt sichergestellt wird. Sie muss zu einer Erwerbstätigenversicherung unter Einbeziehung aller Berufstätigen ausgebaut werden. Dass die Rentenkommission dies nicht thematisiert hat, ist für uns nicht hinnehmbar.“

Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg: „Der Entwurf der Rentenkommission ist im Kern ein Weiter so wie bisher, das bei weitem nicht ausreichen wird, um die längst bekannten und enormen Herausforderung der Rentensicherung nachhaltig zu lösen. Der Steuerzuschuss in die Rentenversicherung macht schon heute fast ein Drittel des Bundeshaushalts aus. Und das Problem der wachsenden Altersarmut nimmt weiter zu. Verzagtes Verschieben des Problems auf weitere Beiräte und Kommissionen ist der falsche Weg. Wir brauchen jetzt gute Ideen und eine mutige Politik für eine grundlegende Reform. Dabei müssen alle Optionen ernsthaft geprüft werden und wirklich neue Wege für die solidarische Finanzierung der Rente erschlossen werden. Die Rente darf keine finanzielle Manövriermasse des Sozialstaats sein, wenn wir am Ziel einer sozial nachhaltigen Gesellschaft festhalten wollen. Deshalb lehnen wir auch alle derzeitigen Überlegungen ab, den Start der Grundrente wegen der Corona-Krise zu verschieben. Die Betroffenen brauchen gerade in diesen schwierigen Zeiten mehr Absicherung.“

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Pressemitteilung des Landesfrauenrates zum Equal Pay Day 2020 – 21 Prozent Gender Pay Gap sind genau 21 Prozent zu viel!

Pressemitteilung – Stuttgart, 17. März 2020
Landesfrauenrat Baden-Württemberg zum Equal Pay Day 2020
21 Prozent Gender Pay Gap sind genau 21 Prozent zu viel!
Der Gender Pay Gap markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke, also den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern. 21 Prozent beträgt diese Lohnlücke aktuell und das sind genau 21 Prozent zu viel! Nach wie vor belegt Deutschland mit diesem Ergebnis einen der hinteren Spitzenpositionen im europäischen Vergleich.

Dass Frauen in ihren Berufen schlechter bezahlt werden als Männer entspricht seit langem der traurigen Realität. Die Erwerbstätigkeit von Frauen tritt häufig hinter der Familienarbeit, Kindererziehung und Angehörigenpflege zurück. Um diese Aufgaben zu bewältigen, kann eine Vielzahl von Frauen deshalb nur in eine Teilzeitstelle auf den Arbeitsmarkt zurückkehren. Dazu kommt, dass Frauen zu großen Teilen in schlechter bezahlten Berufsbranchen als Männer arbeiten, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handel, der öffentlichen Verwaltung und im Bereich Erziehung und Unterricht.

Dass Frauen auch jenseits ihrer Erwerbstätigkeit benachteiligt sind, hat erst in den letzten Jahren Einzug in die Debatte gehalten. „Diese Benachteiligung besteht aus der Tatsache, dass die weibliche Mehrarbeit im familiären Umfeld, im Freundeskreis und auch am Arbeitsplatz keine Entlohnung und nur eine geringe Wertschätzung erfährt. Die unzähligen „kleinen Tätigkeiten“, die Frauen täglich jahrein jahraus verrichten und die das Fundament einer solidarischen Gesell-schaft bilden, werden als selbstverständlich wahrgenommen und eingefordert“, so Prof. Dr. Anja Reinalter, die Erste Vorsitzende des Landesfrauenrates Baden-Württemberg in Stuttgart.
Zu der bestehenden ungleichen Bezahlung der Erwerbsarbeit von Frauen und Männern addiert sich die unbezahlte, oft aufreibende und strapaziöse Care-Arbeit im Privaten. „Das durch die Teilzeitarbeit, durch Unterbrechung der Erwerbsbiographie und durch geringfügige Beschäftigungen bedingte niedrige Einkommen führt zu einer niedrigen Rente im Alter und davon sind Frauen besonders oft betroffen“, betont Prof. Dr. Anja Reinalter, „nicht nur Alleinerziehende, sondern auch alleinstehende Frauen sind zum Teil viel häufiger vom Armutsrisiko betroffen als Männer. Frauen erhalten in Deutschland im Durchschnitt nur knapp 53 % der Renteneinkommen der Männer“.

Der Landesfrauenrat mahnt anlässlich des Equal Pay Day 2020 eine Abschaffung der Entgeltungleichheit und eine angemessene Anerkennung der privat geleisteten Sorgetätigkeiten an, die sich endlich auch in Entlohnung niederschlagen muss. Denn Geschlechtergerechtigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine freiheitliche Demokratie.

Kontakt:

Corinna Schneider Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Landesfrauenrat

Telefon: 0711/621135

 

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